Warum dein Herz lacht, wenn du es keinem sagst – Digital Detox in Portugal

Warum dein Herz lacht, wenn du es keinem sagst – Digital Detox in Portugal

Portugal ist ein wunderschönes Land, das weiß ich schon länger und habe es dir sicher schon das ein oder andere Mal verraten. Und, wenn ich Portugal sage, dann meine ich nicht nur die Algarve, die mit ihren zauberhaften Buchten und dem kristallklaren Wasser einfach jede Meerjungfrau umhaut. Ich meine vor allem das Inland mit einer gefühlt grenzenlosen Weite, herzlichen Menschen und fröhlichen Vögeln, die manchmal das einzige Geräusch machen, das du weit und breit hörst: ein Zwitschern.

Energievampire

Unausgeglichen, leer und ein bisschen als hätten sich Energievampire an mir zu schaffen gemacht. So habe ich mich gefühlt, als ich entschied, dass es Portugal werden sollte. Ich hatte keine Lust mehr auf Social Media, ich fühlte mich unkonzentriert und hatte das Gefühl ich müsste meine Akkus dringend mal wieder aufladen. Gleichzeitig wollte ich etwas erleben und einfach das machen, was Spaß macht ohne darüber nachzudenken, wann ich am nächsten Morgen aufstehen muss. Also habe ich ganz typisch für mich Entscheidungen getroffen und gehofft, dass mein Umfeld sich genauso über diese freuen würde, wie ich.

Tolle Inspirationen und Unterkünfte für kleines Geld gabs wie immer bei mir ganz entspannt im Internet (also erst Offline gehen, wenn du ankommst), zum Beispiel bei den Urlaubsberatern von Nix-wie-weg. Den Mietwagen gabs natürlich auch online zum Schnäppchenpreis. Vergleichsseiten helfen da echt weiter. Ich war übrigens erstaunt, dass wir in Portugal grad mal ein Zehntel von dem Preis für den Leihwagen bezahlt haben im Vergleich zum Preis vor ein paar Wochen in Griechenland. Verrückte Welt.

Apfelbäume & herzliche, zahnlose Nachbarn

Ein kleiner Ort in der Nähe von Tomar in Zentralportugal sollte es werden. Ein Ferienhaus, das bei näherem Hingucken mehr einer kleinen Villa auf dem Land aus einem romantischen Roman gleicht. Ein Haus, in dem ich einfach ankommen darf. Ohne weiterzureisen. Ein riesiger Garten, in dem ein Baum steht, der mit Zitronen wirft und einer mit Äpfeln, Pfirsichen und sogar Birnen. Und ganz viel Platz. Wiese, Himmel, Felder, Weintrauben. Das war das was ich sehen konnte, als ich im Garten des hübschen Hauses stand.

urlaub portugal placeless

Ein lustiges Lachen, das wir nicht zuordnen konnten unterbrach die kleine Idylle. Oder es hat sie unterstrichen. Denn das Lachen kam von einem alten Mann, vielleicht so um die 70, kaum Zähne und ein Lachen, das nicht schöner und ansteckender sein konnte. Man hörte sein Herz lachen und den Wein plätschern. Er kam nicht mit leeren Händen, sondern trug einen großen Krug Wein und einen Becher. Einen.

Will er den ganzen Wein alleine trinken? Natürlich nicht. Verständigen geht leider nicht, aber scheinbar ist es der Nachbar, wenn ich seine Gesten richtig deute. Wir trinken also Wein und haben keine Wahl. Der Becher geht reihum, solange bis der Krug leer und wir angetrunken sind. Portugal, du bist wundervoll.

Aber im Prinzip ist es ganz egal, wo in Portugal du steckst und wer deine Nachbarn sind. Portugal ist definitiv eines dieser Reiseziele (ähnlich wie Kambodscha für mich) an denen du immer etwas entdecken kannst, das dein Herz hüpfen lässt. Das Essen überzeugt, die Flüge sind günstig, die Orte sind vielfältig. Und wenn du nicht das Glück hast, in einem privaten kleinen Ferienhaus unterzukommen, dann hast du natürlich trotzdem die Gelegenheit günstig und hübsch in Portugal zu wohnen.

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Mietwagen, Flug, Pauschal – alles kann nichts muss

Eigentlich hatten wir uns fest vorgenommen, die Gegend noch mit dem Mietwagen zu erkunden (kleiner nützlicher Hinweis für Portugal Reisende: der Mietwagen hat uns übrigens gerade mal 38 Euro von Sonntag bis Freitag gekostet inklusive Vollkasko). Das hatte sich nach dem ganzen Wein dann erledigt.

Es wurde also ein kleines Picknick im Garten und ein wundervoller Nachmittag, an dem ich mindestens 4 Mal bei Backgammon gewann. Frag nicht wie oft wir insgesamt gespielt haben. Wir, das waren übrigens mein Freund und ich. So, jetzt ist es raus. Wir haben offiziell Urlaub gemacht und das nicht in Kambodscha. Wahnsinn, dabei denken doch alle mein ganzes Leben sei ein einziger Urlaub 😉

Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich seit über 14 Monaten nicht einen einzigen Tag offline war. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht bei Whatsapp, Facebook, Instagram oder in meinen E-Mailboxen aktiv war. Ist doch normal sagst du jetzt? Ich finde es verrückt. Ja, wirklich. Wie können wir eigentlich behaupten in der Gegenwart zu leben, wenn wir gedanklich dann doch immer im Leben anderer verschwinden? Wir tauchen ein in Instastories und fragen uns, warum die anderen ein besseres Leben haben. Wir schauen in die Facebook Timeline und möchten auch so tolle Klamotten haben. Währenddessen zieht das Leben an uns vorbei, die Minuten und Stunden. Ich verurteile das nicht, ich frage nur mal nach. Warum ist Facebook spannender als ein Buch? Warum ist Instagram spannender als unser eigenes Leben? Und wenn das so ist, warum machen wir unser eigenes Leben dann nicht spannender?

Ich wollte mal wieder so richtig und voll da sein. Ohne darüber nachzudenken, ob unbeantwortete Mails im Postfach liegen oder ob ich schon ein passendes Foto für Instagram gemacht hab. Und weißt du was? Ich habe mir 5 Tage komplett freigenommen. Von allem. Kein Handy, kein Laptop. Es war mega mega wundervoll. Und es tat unglaublich gut. Und das auch noch im wundervollen Portugal.

Die Tage habe ich vor allem genutzt, um die wundervolle Natur zu erkunden. Ein ganz wundervoller See mitten in Portugal bietet nicht nur grandiose Wanderwege, die Möglichkeit zum Wakeboarden und Segeln, zum Schwimmen und Boot fahren, sondern auch um einfach zu entspannen. Nur eine handvoll Touristen haben den Lago Azul bisher für sich entdeckt (okay, das ist etwas untertrieben, aber du weißt was ich meine). Es gibt kleine Cafes, Bier im Segelclub und Ruhe auf den alten Mauern in den kleinen Dörfern ringsherum.

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Zum Abschluss ging es übrigens noch aufs Nova Batida Festival in Lissabon. Afrikanisch angehauchte Musikacts, super DJs in zwei wirklich coolen Locations mitten in Lissabon. Wer braucht da schon das Internet? Das kann ich euch nur empfehlen! Und wer da nächstes Jahr gern hin möchte, ggfl. kann ich euch günstigere Tickets organisieren. Erinnert mich einfach nochmal dran, wenns näher rückt 😉

Und als ich wieder Online ging war ich putzmunter, voller Energie, Liebe und Freude. Trotzdem kann ich es kaum abwarten wieder nach Portugal zur Nomadweek zu fliegen und vielleicht auch schon bald mal wieder Offline zu gehen.

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