Warum Airberlin mir Geld schenkte

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 Mittwoch, 18. Februar 2015, wie lange hatte ich darauf gewartet, Tage gezählt und irgendwann die Stunden.

Endlich sollte es zum zweiten Mal nach Kuba gehen. Diesmal in die Gegend um Havanna, mir bisher noch unbekannt, da ich bei der letzten Reise den Osten erkundet hatte. Ich freute mich wie ein kleines Kind. Oder wie ein Reisesüchtling. Die Reise nach New York lag ja jetzt auch schon wieder 3 Monate zurück… aber das ist eine andere Geschichte.

Flughafenatmosphäre: Love it

Der Flug ging um 9:15 Uhr, aber um die wundervolle Flughafenatmosphäre auskosten zu können, waren wir bereits um kurz nach 6:00 Uhr vor Ort, brachten unsere Koffer weg und genossen ein atemberaubend teures, aber leckeres Frühstück.

Aber diese Reise war kein Backpacking- Trip, wir waren nicht auf Sparkurs und wollten so viel “Urlaub” wie nur möglich in uns aufsaugen. Wir hatten diese Rechnung nur ohne Air Berlin gemacht. Nach den obligatorischen Sicherheitschecks, Passkontrollen, Zeitschriften durchblättern und zusätzliches Wasser für den Flug bunkern, waren wir an unserem Gate. Genau wie viele andere Reisewütige. Und wir dachten uns, auf geht’s.

Bahamas

Unausgeglichenes Bodenpersonal? Es sind auch nur Menschen!

Nach kurzer Zeit wurde das Gate jedoch geändert. Die wartende Meute packte Sack und Pack zusammen und wir trotteten zum neuen Abfluggate und warteten. Wie das eben so ist, kurz vor Abflug. Aber eines war anderes. Die Mitarbeiter unserer Fluggesellschaft schienen gestresst. Aber das waren ja schließlich auch nur Menschen, denen ihr Job vielleicht auch das ein oder andere Mal nicht sonderlich gefiel, war mein Gedanke.

Und Air Berlin hatte ich in der Vergangenheit im Vergleich ohnehin nicht als die fröhlichste Gesellschaft kennengelernt, was womöglich der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens zuzuschreiben ist. Aber auch das, ein anderes Thema. Zurück zum gestressten Bodenpersonal. Die Unruhe unter dem Personal erklärte sich in dem Moment, als eine Lautsprecherdurchsage ertönte.

Oh, oh…

Es wurden keine Passagiere vermisst oder zum Boarding aufgerufen, der Grund der Durchsage war ein anderer (sinngemäß):

Liebe Reisenden, wir suchen aktuell 12 Freiwillige, die heute auf den Flug nach Kuba verzichten und stattdessen einen Flug nach München nehmen, dort im Hotel übernachten und dann morgen früh den nächsten Flug nach Kuba nehmen. Das Hotel und die Verpflegung in München werden selbstverständlich von Air Berlin übernommen.

Ein Raunen ging durch die Menge und es folgte ein Stimmenwirrwarr. Es wurde diskutiert, beratschlagt, aber niemand fand dieses Angebot auch nur annähernd verlockend, bis etwa 30 Sekunden später eine erneute Durchsage zu hören war:

Aufgrund eines Wechsels der Maschine und den damit mangelnden Sitzplätzen im Flugzeug ist der Flug nach Kuba überbucht. Wir sind nun auf der Suche nach insgesamt 29 Freiwilligen, die heute nach München oder Frankfurt fliegen und morgen früh den ersten Flug nach Kuba nehmen. Alternativ können sie auch heute wieder nach Hause fahren und morgen früh von Düsseldorf mit einem jeweiligen Zwischenstopp in FRA oder MUC nach Kuba fliegen. Air Berlin übernimmt sämtliche Hotel- und Verpflegungskosten, zudem erhalten Sie eine Entschädigung von 600 Euro in bar pro Person. Die ersten 29 Freiwilligen werden umgebucht.

Das war ein Wort, das Stimmengewirr wurde lauter.

Eine Spanisch-deutsche Familie ging ohne zu zögern zum Schalter: Eltern, Großeltern und zwei Kinder. Das machte 3000 Euro. Ein schönes Taschengeld, dafür dass auf Kuba (wie meine diversen Wetterapps mir bestätigten) gerade ein heftiges Gewitter tobte, welches von der Ostküste der USA heruntergezogen war.

Die anderen Reisenden waren zögerlicher, einige hatten Rundreisen gebucht, die zu einem bestimmten Zeitpunkt starteten und hatten Sorge, diese zu verpassen, den Air Berlin würde sich um keine organisatorischen Probleme der Gäste kümmern, denn sie zahlten ja nicht umsonst eine Entschädigung, andere wurden von Ihrer Familie vor Ort erwartet. Wir wollten nur eines jetzt nicht, unsere Reise, die so wundervoll früh am morgen begonnen hatte, unterbrechen und zurück nach hause fahren.

Das Wetter auf Kuba, das Geld und die Zusicherung, dass wir noch heute nach München fliegen sollten, machte uns letztendlich zu zwei der 29 Freiwilligen, die sich letztendlich fanden. Was Geld nicht alles bewirkt. Von vergangenen Reisen wussten wir, dass ein Rechtsstreit Air Berlin aufgrund der Überbuchung vermutlich nicht weniger gekostet hätte, was sind also knapp 18 000 Euro plus ein paar Spesen für die Reisenden. Aber in Bar? Nachdem alles unterschrieben war ruderte das Bodenpersonal dann zurück und verkündete, dass sie diese hohe Summe an Bargeld nicht vor Ort hatte, aber innerhalb von 7 Tagen auf die jeweiligen Bankkonten überweisen würden. Das hatten alle schriftlich, also störte es niemanden. Mit diesem zusätzlichen Taschengeld hatte ohnehin niemand gerechnet.

Auf nach München statt nach Kuba

Wir flogen also nach München, wurden ins NH Hotel am Airport geshuttlet, bekamen dort ein gutes Abendessen, sowie ein leckeres Frühstück am nächsten morgen. Einen Gutschein im Wert von 10 Euro der am Flughafen eingelöst werden konnte, nutzen wir für Zahnbürsten und das nötigste an frischer Wäsche, denn unsere Koffer waren ja bereits im Flugzeug auf dem Weg nach Kuba. Ein zuverlässiger Shuttle brachte uns gestrandete am nächsten morgen zum Flughafen.

Und dann passierte das Unerwartete: Wir bestiegen tatsächlich das “geplante” Flugzeug und waren auf dem Weg nach Kuba.

Wundervoll.

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KategorieDas Magazin
Placeless

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Wir sind Bini & Laura - wir lieben die Freiheit, unser Leben und Veränderungen. Wir arbeiten an unserem Business, Mindset und Wohnort - jeden Monat, jede Woche, jeden Tag. Mensch zu sein mit allem Pipapo, Schwächen und Stärken finden wir ziemlich cool. Wir wollen dazu inspirieren lebenslang zu lernen, frei zu sein und sich selber weiterzuentwickeln!

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