Warum ich beschloss einfach in Kambodscha zu bleiben

Warum ich beschloss einfach in Kambodscha zu bleiben

Als ich meinen Fuß zum ersten Mal auf kambodschanischen Boden setzte, wusste ich nicht, dass dieses Land möglicherweise mein Leben auf den Kopf stellen würde. Ich kam ganz ohne Erwartungen, ganz ohne Plan, ganz ohne eine Idee, was ich unbedingt sehen wollte oder musste und hatte glaub ich auch nicht besonders viele Informationen recherchiert, bevor ich in dieses wundervolle Land eingereist bin. Ich wusste allerdings vorher, dass ich das Visum direkt an der Grenze erhalten würde und es nicht besonders kompliziert ist, in Kambodscha einzureisen. Die Einreise war also kaum einen Gedanken wert für mich.

Alles easy – Die Einreise

Ich kam gerade aus Vietnam und reiste gemeinsam mit einem Freund nach Phnom Penh und wir entschieden weiterzufahren, denn nachdem Laos ja logischerweise kein Meer und keinen Strand zu bieten hatte und Vietnam uns nahezu ausschließlich Regentage geboten hat, wollten wir das Inselleben.

In Sihanoukville angekommen (das ist die einzige Möglichkeit auf kambodschanische Inseln zu reisen) fanden wir es hässlich und beschlossen, direkt am nächsten Morgen- am gleichen Tag was es schon zu spät, denn das letzte Boot verlässt Sihanoukville um fünf am Nachmittag rum- nach Koh Rong zu fahren. Hätte ich damals schon gewusst wie toll die Wässerfälle bei Sihanoukville sind, wäre ich vermutlich vorher noch dahin gefahren 😀

Der erste Gedanke zu Koh Rong: Hier bleibe ich nicht

Die Abreise mit dem Boot aus Sihanoukville war nicht die Schönste, denn es lag ganz schön viel Müll rum, was die Umgebung nicht hübscher machte. Übrigens ein Aspekt, an dem Sihanoukville jetzt arbeitet. Nach ungefähr einer Stunde Bootsfahrt war es dann so weit. Die Fähre legte am Hauptpier von Koh Rong an. Koh Touch. Mein erster Gedanke: „Hier bleibe ich nicht länger als eine Nacht.“

Und dann fragte ich Maps.me wo meine zuvor gebuchte Unterkunft liegt (es war übrigens das Reef on the Beach). Mein Handy sagte irgendwas unter zwei Kilometer. Das kann man locker laufen. Ja, das kann man. Auch mit Backpack auf dem Rücken (ein Glück, dass ich nur mit Handgepäck reiste). Ein bisschen Strand, ein bisschen Dschungel. Und dann, als ich aus dem Dschungel trat: Ein paradiesischer Strand, kaum Menschen und ein Haus mit einem blauen Dach, das sich später als Nest Beach Club herausstellte. Und ein junger Mann, der uns zurief, dass wir nur noch den kleinen Fluss zu Fuß durchqueren müssen und dann nach etwa 15 Minuten am Ziel wären. Wir beschloßen das Haus mit dem blauen Dach und den jungen Mann am Abend zu besuchen, denn es war einfach ein zauberhafter Ort, mit grandiosem Ausblick und wundervoller Atmosphäre. Das war im September, es war eigentlich noch Regenzeit und trotzdem hatten wir viel Sonne zu dieser Zeit.

Bitte einmal um 20 Nächte verlängern

Nach der ersten Nacht beschloss ich meinen Aufenthalt zu verlängern und fragte den Hotelmanager ob ich einen Discount erhalten könnte, wenn ich so um die 20 Nächte länger bleiben würde. Er sagte, er wäre schon so niedrig beim Preis, dass es gerade seine Kosten decken würde und bot mir an, zu voluntieren. Ich dachte nicht lange nach und sagte zu. In diesem Monat besuchte ich oft das Haus mit dem blauen Dach, lernte wundervolle kambodschanische und auch westliche Menschen kennen. (Hier gibts ein sooo schönes Video von mir dazu)

Diese Zeit auf der Insel war einfach magisch. Ich verliebte mich in das leuchtende Plankton, das nachts im Meer zu sehen ist und einfach so, direkt vor meiner Haustür lag. Ich genoss das Rauschen des Meeres, das ich abends hörte, wenn ich im Bett lag. Ich studierte das Blau und Türkis, das Grün und das Leuchten des Meeres in der Sonne. Ich genoss die Fahrten mit dem Longtail Boot, wenn ich zum Hauptpier fuhr um Hotelgäste einzusammeln. Ich lernte viele Dinge so viel mehr zu schätzen, denn warmes Wasser und so richtig gute Kühlschränke gibt es auf der Insel nur vereinzelt. Und das ist jetzt nur ein Beispiel. Ich fahre noch heute eigentlich wöchentlich aufs Festland, um Dinge einzukaufen, die glaube zu brauchen und mir wird immer wieder bewusst, wie wundervoll das Leben auch ohne all die tollen Sachen aus Europa ist.

Die größte Hürde

Auch das Internet stellt besonders für mich eine große Hürde dar (mal abgesehen davon, dass ich viele liebe Menschen vermisse) und ist wohl der einzige Aspekt, der für mein Leben einen erheblichen Nachteil birgt. Denn ich arbeite online.

Aber auch das findet sich meistens irgendwie. Die Zeiten von 24 Stunden online verfügbar und jederzeit online erreichbar zu sein sind gerade vorbei. Aber dennoch, ich liebe es einfach hier zu sein und ich fühle mich unendlich wohl.

Wie die Weltreise einen mittelfristigen Stopp in Kambodscha einlegte

Ich habe nie geplant, wie lange ich an welchem Ort bleiben möchte oder werde. Mir war bei meiner Abreise in Deutschland total klar, dass ich auf jeden Fall neue Länder und Ort sehen möchte. Ich Neuseeland habe ich einen Roadtrip über die Nordinsel gemacht und eine zeitlang in einer Co Working Villa gewohnt,

In Bangkok ist mir das erste Mal bewusst geworden, was es bedeutet für unbestimmte Zeit ganz alleine zu um die Welt zu reisen. Ich habe die Zeit in Bangkok genutzt, um mir selber noch näher zu kommen, was mich letztendlich nach Koh Phangan geführt hat. Dort wollte ich allerdings nicht die Fullmoon Party besuchen, sondern eine zauberhafte Zeit mit mir selber verbringen. Ein kleiner Bungalow am Strand, fernab von der Partymeile, ganz für mich alleine.

Laurazeit❤statt Fullmoonparty

Das war so wundervoll. Nach einigen Tagen hatte ich genug Laurazeit und erkundete die Insel und lernte so coole Leute kennen und ging schließlich auch zu einer Halfmoon Party, bevor ich nach Koh Samui ging, um dort mein erstes Skype mit Hostelworld zu führen. Ich erinnere mich so sehr wie aufgeregt ich war. Wie geil ist es, wenn du als kleiner Babyblogger eine Nachricht von Hostelworld bekommst und sie dich fragen, ob du für sie schreiben möchtest? Ich kann dir sagen megaaaaa. (Hier findest du übrigens meinen ersten Artikel, den ich für Hostelworld schrieb).

Laos hat mir so viel Abenteuer gebracht und so viel mehr Weltoffenheit. Und ich habe eine neue Sprache fast perfektioniert: Das Reden mit Händen und Füßen. Das Museum in Ho Chi Minh, dass sich ausführlich mit dem Vietnamkrieg beschäftigt, hat mich einmal mehr auf den Boden der Tatsachen geholt und die gesamte Reise bis nach Kambodscha war ein Traum, in dem ich unglaublich viel gelernt habe. Vor allem habe ich gelernt auf mein Herz zu hören. So richtig. Ganz ohne darauf zu hören, was „die Anderen“ sagen. Und wer sind überhaupt diese Anderen? 🙂

Von der alleinreisenden Frau zum Chaosmädchen

placeless koh rong
Alles was Du brauchst findest Du in Dir! Immer und überall!

Ich bleibe also erst einmal hier. In Kambodscha. Natürlich bleibe ich nicht 24/7 hier. Es ist einfach erstmal meine neue Base. Und wenn du als Placeless Leser das jetzt doof und langweilig findest, dann ist das schade, aber mein Leben ist mein Blog und nicht umgekehrt. Wenn du jetzt vielleicht noch viel neugieriger bist, weil mein Leben doch noch viel mehr anders ist, dann freue ich mich umso mehr.

Stell dich ab jetzt also nicht mehr auf eine alleinreisende Frau auf Weltreise ein, sondern vielmehr auf ein kleines, zielstrebiges Chaosmädchen, das seinem Herz folgt ❤


Und da ich grad schon dabei bin und immernoch ganz schön stolz, hier noch mehr Senf, den ich für Hostelworld schreiben durfte: Tadddaaaaa. 

Und falls du gern noch mehr von Kambodscha lesen und sehen willst oder dich fragst, wie all diese verrückten Dinge wohl weitergehen? Folg mir doch auf Facebook!


❤Jetzt sende ich Euch allen noch ganz viel Liebe aus Kambodscha



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