Heimkehr nach Langzeitreise – Das ist anders

Heimkehr nach Langzeitreise – Das ist anders

Herausforderung: Heimkehr nach Langzeitreise

Vor ein paar Tagen war ich mit ein paar Freunden und Bekannten ein Glas Wein trinken (oder zwei). Wie immer an diesen Abenden haben wir über Gott und die Welt gesprochen. Irgendwann wurde natürlich auch meine Reise zum Gesprächsthema und es tauchte dann die Frage: Wie verändert sich eigentlich die Wahrnehmung? Was fällt mir jetzt in Deutschland auf, was ist anders als vorher. Ich finde, das ist eine super Frage, denn tatsächlich ist mir einiges aufgefallen und ich habe mich dabei ertappt über mehr verrückte Sachen nachzudenken.

heimkehr nach langzeitreise

1.Alle meckern – Keiner ändert etwas

Und damit meine ich jetzt nicht meine Familie oder meine Freunde. Damit meine ich die Menschen am Flughafen, die auf Gepäck warten, damit meine ich die Gespräche, denen ich im Supermarkt beim Einkaufen lausche. Damit meine ich die Menschen, die auf der Straße stehen und über ihre Nachbarn meckern. Überall und immer finden sich diese Gespräche. Natürlich, das war wohl schon immer so, aber nun fällt es mir nach meiner Heimkehr nach Langzeitreise vermehrt auf. Was ich merkwürdig finde ist, dass offensichtlich kaum jemand versucht, die jeweiligen Situationen zu verbessern.

Die Menschen scheinen das meckern ein stückweit zu genießen (ehrlich?). Wenn der Nachbar ständig die Einfahrt zuparkt, warum spreche ich dann nicht mit ihm und erkläre ihm, dass er meinen Alltag versüßen könnte, indem er woanders parkt? 🙂 Aber das scheint irgendwie nicht so richtig eine Option zu sein. Genauso wenig, wie etwas im Job zu ändern, der keinen Spaß macht und zu wenig Geld bringt (warum machst du diesen Job denn dann?). Ganz viele verrückte Gesprächssituationen anderer Menschen, die mir in meinen zehn Tagen Deutschland so zu Ohren gekommen sind. Situationen, bei denen ich natürlich nicht die Hintergründe kenne, aber manchmal das Gefühl hatte, meckern ist eine Art Hobby in Deutschland, das auch keiner so richtig aufgeben will.

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2.  Keiner hat Zeit, wenn du heimkehrst. Du auch nicht!

Ich dachte immer, dass jeder Mensch auf dieser Welt gleichviel Zeit hat. Es ist ja nicht wie im Film Intime (hey Justin :-)), dass sich hier jeder an der Zeit bedienen kann wie er möchte und den anderen Zeit wegnehmen kann. Also theoretisch schon, aber du weißt was ich meine. Der Tag hat 24 Stunden und die Woche 7 Tage. Und das ist für alle so, für jeden Einzelnen. Und doch habe ich das Gefühl, dass die Zeit in Deutschland im Verhältnis wesentlich schneller umgeht. Ich habe das Gefühl ich brauche mehr Zeit. Aber woran liegt das? Liegt das daran, dass Menschen einfach besonders effizient sein wollen und das Gefühl haben, nicht genug Dinge erledigt zu haben? Also ich erwische mich selber dabei, dass ich ein bisschen Druck habe, noch mehr zu erledigen. Wird einem das heimlich eingeimpft, wenn man deutschen Boden betritt? Ich meine, letztendlich ist es nie eine Frage der Zeit, sondern immer eine Frage der Prioritäten. Die Aussage „ich habe keine Zeit“ ist einfach eine reine Lüge, die übersetzt bedeutet „du hast leider keine Priorität in meinem Leben, ich mache lieber etwas anderes“. Verrücktes Deutschland, verrückte Zeit.

3. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt

Wo wir gerade beim Thema Effizienz sind: Mein Umfeld ist echt ganz schön produktiv und effizient. Im Vergleich zu den Menschen, die ich auf meinen Reisen treffe, ist der Alltag der Menschen in Deutschland sehr darauf ausgelegt, eine Zukunft aufzubauen. Das ist zauberhaft. Es ist so schön, Menschen dabei zu beobachten, wie sie versuchen, das bestmögliche aus ihrem Leben rauszuholen (während ein paar von denen natürlich auch effizient meckern 🙂 Siehe Punkt 1).

Der Fokus liegt auf dem eigenen Job, der eigenen Familienplanung, dem eigenen Leben. Und das ist super. Das Leben soll so gut es geht genutzt werden und Glück wird erschaffen. Zauberhaft. Zugleich aber eben auch sehr anders, denn der Fokus vieler Alleinreisender liegt natürlich auf sozialer Interaktion und nicht auf dem eigenen Erfolg. Es ist einfach anders, ganz ohne Wertung. Und es fällt auf, wenn man nach einer längeren Reise zurück nach Deutschland kommt.

4. Heimkehr: Die Sonne scheint mehr als gedacht

Ich gebe zu, ich hatte sehr gehofft, dass ich im September noch ein bisschen Spätsommer in Deutschland mitbekomme. Das war natürlich nicht so. Aber dennoch, ich habe nach den ersten sehr grauen Tagen nicht erwartet, dass ich noch einmal die Sonne sehen werde, während meines Deutschlandaufenthaltes. Und doch, die Wetterfee hat mich überrascht. Alles ist bei Sonne viel schöner und auch Deutschland, die Stimmung und die Menschen sind einfach wundervoll. Danke, Sonne!

Und jetzt zu dir, wie nimmst du Deutschland nach längeren Reisen wahr, was fällt dir auf? War die Heimkehr nach Langzeitreise einfach für dich? Bist du in Deutschland geblieben?

Heimkehr nach Langzeitreise: Das sagen andere

Die Jungs von Homeiswhereyourbagis freuen sich nicht sooo sehr auf die Heimkehr nach Langzeitreise, Sabine erklärt, warum die Heimkehr nach einer Langezeitreise nicht einfach ist  und auch Sarah versucht ihre Gefühle nach der Heimkehr in Worte zu fassen. Das Thema „Heimkehr nach Langzeitreise“ ist wirklich mehr als spannend!



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