Generation Weltenbummler- Die Gesellschaft geht vor die Hunde

Generation Weltenbummler

Generation Weltenbummler. Bin ich das?

Digitale Nomaden, Weltreisende, Jobs im Ausland, Auswandern, Sabbatical, erstmal eine Auszeit nehmen. Ich höre kaum noch etwas anderes. In meinem Freundeskreis gibt es kaum jemanden, den nicht das Fernweh plagt. Unglaublich. Wo sind denn die wahren Werte geblieben? Familiengründung, Häuserkauf, Altersvorsorge, langfristige Karriereplanung & Firmenjubiläum. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Nach der Uni in einer regionalen Firma im Büro sitzen? Wer will denn sowas? International muss es sein, mit Möglichkeiten zu Einsätzen im Ausland. Wie, nur eine Dienstreise in die Niederlande und nach Belgien? Wie unsexy! Brasilien oder Indien sollte es aber schon sein. Ja, wofür haben die Akademiker denn sonst studiert?

Wie soll das bloß mit Deutschland weitergehen?

Wie soll das denn mit Deutschland weitergehen, wenn all die jungen Leute sich immer rumtreiben und so wechselhaft sind? Keiner macht seine Arbeit vernünftig und alle sind nur noch auf dem Sprung zum nächsten Highlight im Ausland. Das war doch früher nicht so. Wir gehen doch vor die Hunde! Oder?

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Oder ist es vielleicht ein wunderbarer Haufen Inspiration, die sich da (nicht nur) in Deutschland tummelt? Etliche kreative Köpfe, die auf der Suche nach alternativen Ideen innovative Start Ups gründen, die die deutsche Wirtschaft vorantreiben? Und nicht nur das, auch junge Menschen werden motiviert und getrieben von neuen Ideen angespornt sich selbst zu verwirklichen. Ist das denn so verwerflich?

Wieso ist das Hamsterrad (es kann auch durchaus ein hübsches Hamsterrad sein) so verpönt und stellt zugleich die Existenz eines ganzen Staates sicher? Scheint ja schon irgendwas dran zu sein, an diesem System mit dem 9 to 5 Job. Aber heißt das automatisch, dass Ausnahmen nicht erlaubt sind und das System zerstören? Sind digitale Nomaden dann eigentlich Rebellen?

Generation Weltenbummler & die Rebellion gegen das Hamsterrad

Conni von Planetbackpack (wahrscheinlich auch die meist zitierteste Reisebloggerin) gehört auch zur Generation Weltenbummler und sie hat es uns vorgemacht. Sie hat sich ein Online Biz aufgebaut (sie verdient ihr Geld mit dem Internet) und bestreitet damit erfolgreich ihren Lebensunterhalt. Und verdient vermutlich mehr, als der Durchschnittsverdiener in Deutschland. Klar, nicht alle Blogger sind so erfolgreich. Aber bloggen ist auch nicht der einzige Weg online Geld zu verdienen. Worauf ich mit diesem Beispiel hinauswill? Menschen, die Dienstleistungen liefern, verdienen nur viel Geld, wenn es auch eine Nachfrage für diese Dienstleistung gibt. Conni bietet ihren Lesern Anleitungen für Rucksack- Reisen und seit geraumer Zeit noch viel mehr. Sie zeigt sehr transparent, wie sie selbst aus dem Hamsterrad ausgestiegen ist. Und, siehe da, sie ist sehr erfolgreich.

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Sie hat ihren Kopf rausgezogen, aus dem Standard Denken. Raus aus dem Alltag, dem Engstirnigen, hinaus in die Welt.

Da wird sie doch tatsächlich in renommierten Magazinen erwähnt. Ist das ein Zeichen dafür, dass etwas schlecht ist und wir vor die Hunde gehen? Das ist jawohl unglaublich. Sie ist doch überhaupt nicht Mainstream und als sie Begann war das doch wohl absolut unkonventionell. Das ist doch quatsch dieses Bloggen. Das ist ja gar kein Beruf.

Wenn sich jemand vornimmt zu scheitern und es gelingt ihm, hat er dann Erfolg?

An dieser Stelle ist es wohl an der Zeit eine Prise Ironie aus diesem Text zu nehmen: Ein Hoch auf die gesellschaftliche Entwicklung. Ein Hoch auf alle, die sich trauen, ihre Träume auszusprechen. Ein Hoch auf alle wunderbaren Menschen, die sich trauen, neue Wege zu gehen, statt immer den Spuren anderer hinterherzulaufen. Ein Hoch auf gesunde Risikobereitschaft und starken Zusammenhalt von Menschen, die doch alle eines gemeinsam haben: Sie wollen sich selbst verwirklichen & glücklich sein. Und das kann alles sein, aber nicht verwerflich!

Sollten wir nicht Menschen unterstützen, die Visionen haben statt sie klein zu reden? Wir gehen vor die Hunde, wenn jeder seinen eigenen Brei kocht, nicht über den Tellerrand schaut und nur seine eigenen Kekse backt (ich mag gern Kekse). Gesellschaften wandeln sich und passen sich an, mit der Zeit und mit den Menschen. In der Natur vieler Menschen scheint es allerdings zu liegen, dass wir keine Veränderungen mögen. Schließlich habe wir dies und das „schon immer so gemacht“ und es hat doch funktioniert. Ja stimmt, aber nur weil man das Eis auch ohne Sahne essen kann, schmeckt es mit Sahne doch besser oder? 😉 Ich bin nicht so gut in Metaphern, aber du weißt worauf ich hinauswill oder?

welche Bedürfnisse hast du?

Jeder liebe Mensch auf dieser wundervollen Erde hat Bedürfnisse. Einige mehr, einige weniger, einige teure, einige grundlegende. Alle Menschen, die das Glück hatten in Deutschland geboren zu werden (Sozialstaat olé) können sich wirklich glücklich schätzen. Wir haben Möglichkeiten, an die viele andere Menschen, im Traum nicht denken. Also, lass sie uns nutzen! Du möchtest einen Job im Ausland, weil du die Möglichkeit hattest an einer guten Uni zu studieren? Warum nicht? Auf geht’s. Bestimme selber wohin dein Leben dich führen soll! Du hast keine Lust mehr auf deinen Bürojob? Dann überlege dir eine Alternative, in dieser wundervollen Zeit des Internets wirst du auf jeden fall etwas tolles finden, womit du arbeiten kannst. Vielleicht virtuelle Assistenz, so wie ich? 😉

Eins ist ganz sicher

Wir werden vor die Hunde gehen, wenn jeder nur noch das macht, was er machen muss, weil irgendwelche ungeschriebenen Regeln ihm das vorschreiben.


Benutze Deinen Kopf, hör auf deinen Bauch und geh deinen Weg. Egal ob er ins Büro, ans Meer oder in ein Baumhaus führt. Setz dich dafür ein, arbeite dafür und mache deine Vision vom Leben wahr! Du hast nur eins und das ist kostbar.


Und glaub mir eins, vor die Hunde gehen wir nur, wenn uns eben diese Generation Weltenbummler und damit auch die Innovation und die Visionen fehlen 😉 Aber, die haben wir ja. Wir und alle anderen Digitalen Nomaden, Weltreisenden, Menschen mit Jobs im Ausland, Auswanderern, Reisenden während des Sabbaticals und Leuten, die erstmal eine Auszeit nehmen. Also, verjag dein schlechtes Gewissen, lebe selbstbestimmt und starte durch! 😉

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  1. Hey Laura,
    sehr schön geschrieben. Sehr unterhaltsam und vor allem lässt es das halbwegs vorhandene schlechte Gewissen, dass man nicht zu den „Hamsterrädlern“ gehört, erstmal wieder verschwinden 🙂
    Viele Grüße
    Christina

  2. Liebe Christina,

    herzlichen Dank. Ja, das brannte mir vielleicht auf der Seele, man muss sich ja doch häufig gegen diese Argumente „gegen das Reisen“ durchsetzen 🙂 Alles Liebe, Laura

  3. Großartiger Artikel 🙂 Und wie Christina oben schon schreibt – er hilft gegen das subtile schlechte Gewissen, das man hat (oder eingeredet bekommt), wenn man kein typischer Hamsterrädler sein will. Kompliment für deinen Blog! Alles Liebe, Anja

  4. Ganz lieben Dank für Deine Worte. Ich bin selber auch richtig groß im „schlechtes Gewissen haben“. 😀

    Herzlichst, Laura

  5. Witzigerweise mache ich im Beruf ganz andere Erfahrungen. Immer weniger junge Kollegen sind dazu bereit auf längere Zeit ins Ausland zu gehen, weil die Familie wieder mehr in den Mittelpunkt rückt. Die Partnerinnen machen das nicht mit und die Väter nehmen sich aus der Kindererziehung nicht mehr so raus wie früher. Als ich vor knapp 20 Jahren in unserer Abteilung angefangen habe, waren hier fast ausschließlich alte Junggesellen beschäftigt, die mit einem Bürostuhl und dem PC auf Kriegsfuß standen … die wollten immer schnell wieder raus. Die Nachfolger ächzen, wenn sie mal länger als 3 Wochen ins Ausland müssen. LG, Tina

  6. Liebe Tina, ist ja spannend. Finde ich super, dass Väter sich mehr einbringen! In welcher Branche bist du unterwegs? Finde ich ja super interessant.. Das Thema ist sowieso irgendwie strange und dennoch top aktuell. Nicht für alle, aber einige 🙂 Alles Liebe & Gutes Karma, Laura

  7. Das kann ich nur bestätigen 😉 Ich habe auch schon so oft darüber nachgedacht, wie das hier denn weitergehen soll, wenn auf einmal alle nur noch weg aus Deutschland wollen. Aber ich stelle immer wieder fest, dass das wohl einfach nur meiner Facebook-Blase und dem, mit dem ich mich gern umgebe, geschuldet ist. Wenn ich mich nämlich mal so umhöre, ist es eben doch ein ganz geringer Prozentsatz, der die traditionellen Werte überdenkt und sich auf Reisen begibt.

    Schöne Grüße,
    Caro

  8. da hast du absolut recht, caro. manchmal muss ich mich auch daran erinnern, dass viele menschen in meinem umfeld, das leben aus einem völlig anderen blickwinkel betrachten 🙂 Alles Liebe, Laura

  9. Sehr schön geschrieben, aber Du brauchst mehr branding! Ich wusste bis zuletzt nicht, WER den Artikel geschrieben hat, Mann, Frau, Nomade, Wannabe, Journalist whatever. Mach eine prägnante Kurzvorstellung mit Foto an den Beginn eines jeden Artikels, ein kleiner aussagekräftiger Kasten mit wenigen Worten und einem gut erkennbaren Porträtfoto von Dir

  10. Gute Idee. Hm, klingt eigentlich ganz hübsch der Gedanke, werde das mal in Angriff nehmen. Herzlichen Dank für Deine Inspiration! <3

  11. Hallo Laura
    Ich mag den Beitrag und das angesprochene Theman. Vor allem mag ich die Locherheit in deiner Sprache. So mag ich es!
    Weitere solche Beiträge bitte!
    Gruss, Igor

  12. Man nimmt immer das verstärkt wahr, womit man sich selber gerade intensiv beschäftigt. In deinem Umfeld wollen alle ins Ausland? Interessant. Ich kenne niemanden.
    Dafür habe ich vor einiger Zeit ein Kind bekommen. Und während meiner Schwangerschaft sind mir soo viele runde Bäuche auf der Straße begegnet, dass theoretisch unsere Zukunft gesichert sein müsste. Jetzt, wo mein Kind 2 Jahre alt und mein Fokus ein anderer ist, scheint mir Kinderkriegen in Deutschland nicht mehr trendy zu sein. ; )
    Ich bin auch ausgestiegen aus dem Angestelltenleben. Ohne Reisen, aber mit flexiblem Homeoffice. Es ist eine spannende Entwicklung. Durch das Internet ergeben sich unglaubliche Möglichkeiten für uns, die es vor einigen Jahren noch nicht gab.
    Viel Spaß auf deiner Weltreise!

  13. Liebe Annika, tolle Worte von dir. Du hast absolut recht und bringst es wundervoll auf den Punkt: mit dem eigenen Fokus verändert sich auch die Wahrnehmung. Und genau diese, nämlich meine Wahrnehmung spiegle ich in diesem Artikel. Flexibles Homeoffice hört sich super an, da könnte man glatt neidisch werden 😉 Alles Liebe und danke! Laura

  14. Schöner Artikel, mit der richtigen Portion Ironie ;).
    Auch wenn das Verständnis für alternative Lebensentwürfe immer größer wird, gibt es leider immer noch genug Menschen die einen belächeln wenn man nicht mit dem „sicheren“ 9 to 5 Job in Deutschland zufrieden ist, weil man mehr vom Leben erwartet und es sich auch nimmt. Vielen fehlt der Mut dazu, und das ist auch nicht schlimm dann sollte man aber auch nicht auf die neidisch sein die sich trauen.

    LG
    Katrin

  15. Schon merkwürdig: Immer scheint jemand ein schlechtes Gewissen zu haben: die einen , weil sie reisen, die anderen, weil sie nicht reisen. Der eine, der mit seinem Blog Geld verdient, der andere, weil er „nur“ zum Spaß schreibt. Und wenn man das schlechte Gewissen noch nicht hat, dann wird es einem in zahllosen Artikeln eingeredet.
    Ich wünschte, es gäbe mehr Schreiber mit mehr Selbstbewusstsein, die ihre Artikel nicht mit Entschuldigungen anfangen, warum sie gerade an der Welt verzweifeln und warum deshalb nun ein Artikel folgt.
    Weg von Wertungen sollte die Parole sein! „Standard Denken. Raus aus dem Alltag, dem Engstirnigen, hinaus in die Welt.“ Und dann wenige Sätze später das Ganze wieder zurück nehmen. Aber solche Artikel ziehen, wie die zahlreichen Kommentare zeigen.
    Natürlich, wenn man sich in engen Kreisen bewegt (Reiseblogger zum Beispiel), dann hört man überall die gleichen Heilsversprechen von Freiheit und Weltreise. aber die große Mehrheit liebt ihre Familie, den Ostsee-Urlaub und den eigenen Garten.
    Huch, ja, auch ich habe mich mal wieder reinziehen lassen. Dabei wollte ich schon lange solche Artikel nicht mehr lesen….
    Viel Erfolg weiterhin und eine gute Reise
    Ulrike
    Und noch eins, was ich wirklich nicht mag: Der Haken für den Newsletter ist bereits gesetzt!

  16. Liebe Ulrike,

    ich freue mich über deinen Kommentar und vor allem freue ich mich, dass du ihn trotz deiner Einstellung gelesen hast. Zugegeben,wir Reiseblogger sind schon eine verrückte Spezies 😉 Ich bin nur nicht ganz sicher, ob die Art meiner Ironie bei dir so angekommen ist, wie sie gemeint ist, denn deine „Parole“ (der Begriff gefällt mir nicht so) ähnelt der meinen doch schon sehr. Raus aus dem Hamsterrad, rein ins Leben. Aber nur, wenn es gut tut. Jeder sollte das tun, was ihn erfüllt, so oder so. Das Lebensziel finden, verfolgen und Herzenswünsche erfüllen. Mich erfüllt das Bereisen der Welt und ferner Länder, mein Vater liebt die Ostsee. Und wir lieben uns trotzdem, sehr. Also, who cares. Jeder wie er mag. Mit Toleranz & Respekt.

    Ich hoffe du hast den Kampf gegen den Haken gewonnen 😉

    Alles Liebe & Gutes Karma aus Khao Lak,

    Laura

  17. WOW Laura,
    wieder mal ein richtig inspirierender Beitrag. „Wenn sich jemand vornimmt zu scheitern und es gelingt ihm, hat er dann Erfolg?“ Deine Worte, da bekommt man richtig Gänsehaut. Es ist irgendwie so unglaublich bitter. Viele versuchen es gar nicht, Können aber unteranderem so Kreativ und voller Begeisterung sein, aber vor lauter selbstzweifel und Angst. Gehen die meisten den Weg gar nicht um überhaupt mit dem Scheitern konfrontiert zu werden.
    Liebe Grüße

  18. Lieber Dennis, da hast du total recht! Schön, dass ich mit meiner Ansicht nicht alleine bin 🙂 Liebe Grüße aus Kambodscha, Laura