Glückssuche

Blogparade: Glückssuche

„Glückssuche: 9 to 5 leben oder den Job kündigen und ab in die Welt?“

Als Stichworte hat die Reisebloggerin Tanja Starck auf Ihrem Blog Reiseaufnahmen die Worte Glückssuche, Kündigungswelle und Aufbruchsstimmung in den Raum geworfen und damit die Blogparade gestartet.

Die Frage ist also vorallem, bin ich glücklich mit meinem Vollzeitjob? Wo will ich hin, mit wem und warum. Will ich kündigen und bin ich einfach nur zu feige? Alles zu meiner Feigheit und meiner Motivation und zur Glückssuche findest Du also in den kommenden Zeilen..

.. aber nicht nur meine Erfahrungen stehen hier im Vordergrund. Vielleicht kannst Du es als Inspiration für Dich nutzen, neue Gedankengänge einschlagen..

Ich darf nicht unzufrieden sein! Darfst Du das?

Was ist mein Job? Ich bin Referentin im Bereich HR & Kommunikation in einem großen Konzern und ich mag meinen Job, ich mag meine Arbeitskollegen und vorallem mag ich, dass ich eine 35 Stunden Woche habe und 40 freie Tage im Jahr.

Ich habe also kein Recht zu meckern. So vermittelt es mir zumindest mein direktes Umfeld, wieder und immer wieder. Ich darf nicht unzufrieden sein, weil ich regulär nicht einmal 40 Stunden in der Woche arbeiten muss, genau genommen nur 7,12 Stunden am Tag und auch noch verhältnismäßig viele Urlaubstage habe.

Ich habe es doch so gut und kann froh sein, dass ich so einen guten Job habe. Ja, klar.

Mama ist auch froh.

Papa auch.

Das Kind ist versorgt.

Aber was ist mit dem richtigen Leben? Mit der Sehnsucht nach der großen weiten Welt?

Okay, ich darf nicht meckern. Aaaaber, ich darf mich glücklich träumen!

Central Park New York

Und das tue ich, intensiv, mit ganzem Herzen und viel Energie und Leidenschaft.

Meine Homebase liegt in Essen. Lag aber auch schon in Gelsenkirchen, Osnabrück und Erfurt. Wo ich es am schönsten fand? Gelsenkirchen ist eben meine Heimat, aber generell bin ich ein Pottkind und habe mich auch in Essen gut eingelebt. Ich wünschte mir nach meinem Studium ortsunabhängig zu Arbeiten, bin aber am Ende zu heiß auf die Sicherheit, ein Auto um flexibel zu sein und auf schuldenfrei vom Bafög durch ein regelmäßiges Gehalt gewesen.

Festangestellt- Mit Homebase- 40 Urlaubstage- Heimatverbunden- Glückssuche

Übrigens, am Ende des Artikels wirst du sehen- Ich bin eine glückliche Träumerin :-)

Allergisch gegen Sesshaftigkeit? Krankenhaus und Buddhismus

Ich arbeite seit zwei Jahren festangestellt und genieße die Vorzüge des regelmäßigen Einkommens, nachdem ich während des Studiums hauptsächlich selbstständig gearbeitet habe. Ich habe einen Job, ein hübsches Auto, eine Wohnung und ein Lonely Planet Abo. Also alles gut soweit.

Und dann bekam ich eine Art allergische Reaktion oder irgendwas das die Leute so definierten. 12 Wochen lang, bis die Ambulanz mich ins Krankenhaus zur Behandlung einwies: 5 Tage Krankenhaus. Mein erstes Mal.

Diagnose: Hautausschlag, der durch Stress bedingt ist. Andere bekommen Kopfschmerzen und ich bekomme Ausschlag. Und warum?

Weil mich mein Leben so stresst??? Oder weil ich mich so stresse wegen meines Lebens???

Buddhismus in der neuen Zeit

Q: newsage.de

Ich machte mich also auf die Suche nach einem Ausgleich. Sport reicht da nicht, sagte der Oberarzt. Denn von der Arbeit direkt zum Sport düsen, meine 5 km laufen, um dann schnell einkaufen zu gehen und mit den Mädels dann noch ein Weinchen zu trinken. Das hat nichts mit Stressbewältigung geschweige denn mit Stressabbau zu tun. Null.

Ich besuchte also das Buddhistische Zentrum in Essen, verweilte Stunden bei der Einführung in den Buddhismus und probierte mich in Gruppenmeditation. Buddhismus als Lebensphilosophie gefällt mir, Gruppenmeditation nicht. Heute ist Yoga dran, auch im buddhistischen Zentrum. Mal sehen.

Aber generell könnten die Wege und Werte des Buddhismus helfen, das eigene Glück zu finden. Ist das vielleicht auch was für Dich? Wäre es vielleicht einen kurzer Gedankenausflug wert?

 

Glück = innere Einstellung

Ich hatte also (nicht nur im Krankenhaus) viel Zeit zum Nachdenken und dieser Blog ist ein wundervolles Ventil für die Sehnsucht und das Fernweh. Es bringt mich voran, beruhigt mich, erfüllt mich. Genauso wie Eure Blogs, in denen ich manchmal stundenlang einfach nur treibe und träume. Wundervoll. Letztendlich noch Besuche im buddhistischen Zentrum, ein Haufen toller Bücher und viele Momente mit Freunden brachten mich zu dem Schluss:

Glück ist kein Zufall, Glück ist eine innere Einstellung.


Letztendlich drehen sich meine Gedanken immer um die gleichen Fragen:

  • Wie kann ich mit meinem Job glücklich sein, wenn ich das gar nicht will? Wenn ich immer nur sehe wir wenig ich reisen kann?
  • Was wäre wenn ich stattdessen versuche meine freien Tage optimal zu nutzen? Die Vorfreude auszukosten und dazu vielleicht noch einige Wochenenden für Kurztrips nutze?
  • Würde ich nicht eh meine Lieblingsmenschen unglaublich vermissen, weil ich meine sozialen Kontakte sowieso viel zu sehr liebe, als dass ich ständig und immer auf Reisen sein könnte?
  • Könnte ich mit meinem Arbeitgeber nicht einen Deal machen, sodass ich einige Zeit ins Ausland gehe, aber danach wiederkommen darf? Wieso halte ich das für so unmöglich? Machen doch andere auch.

Unzufrieden sein ist einfach

Es ist einfacher Unzufrieden zu sein als etwas zu ändern. Unzufriedenheit gibt einem Sicherheit, weil man einfach in seinen bestehenden Strukturen weitertreiben kann.

Würde man sich bemühen zufriedener zu sein, müsste man ja etwas ändern.

Und Veränderungen machen grundsätzlich erstmal Angst. Und Angst lähmt. Nur wenn Du dich deiner Angst stellst kannst du frei sein. Freiheit ist Unsicherheit und zugleich Mut, Mut sich von der Angst zu befreien. Man muss sich immer zwei Dinge vor Augen halten:

  • Du hast nur ein einziges Leben und das gehört Dir ganz allein. Mach was großes draus. Mach Dich selber glücklich. Auf welchem Weg auch immer. Das Glück findet Dich, wenn Du es zulässt!
  • Jeder Weg könnte der richtige sein. Du wirst es aber nie rausfinden, wenn du Dich nicht traust auch mal abzubiegen. Schau Dir auch mal andere Wege an und gehe sie vielleicht ein Stück. Wie willst du wissen welcher der richtige Weg ist, ohne mal deine Nase ein bisschen Weg- Luft schnuppern zu lassen?

glueck

Das Glück wird Dich finden!

Eine Kündigung bedeutet Freiheit? Für mich bedeutet es zugleich große Unsicherheit und aus meiner Perspektive auch ein Stück weniger Freiheit. Ich muss meine Flexibilität aufgeben, denn mein Auto kann ich dann nicht mehr finanzieren. Der Austausch mit meinen Arbeitskollegen (meiner kleinen temporären Familie) fällt weg, ich müsste mir eine neue Tätigkeit suchen, denn ich habe immer Hummeln im Hintern, dabei gefällt mir meine Arbeit an sich doch gut.

Mich hat das Glück gefunden und ich will noch mehr davon

Ich fand und sammelte meinen Mut vermutlich im Krankenhaus. Denn als ich zurück an meinen Arbeitsplatz kam und herzlich empfangen wurde, hatte ich auch einen Entschluss gefasst. Ich musste das Wort meiner Vorgesetzten haben, dass mein Arbeitgeber mir die Möglichkeit geben wird, längere Zeit ins Ausland zu gehen, ansonsten werde ich meine innere Ruhe an diesem Arbeitsplatz nicht finden.

Ich musste meine Fernweh- Seele füttern und gleichzeitig meinen Co- Moderator im Kopf in Sicherheit wiegen und ihm das Bestehen meiner Sozialen Kontakte, ein fixes Gehalt und eine Homebase versprechen.

Also ging ich ins Gespräch mit meinem Arbeitsgeber. Und es war gar nicht so schwer. Option genehmigt. Genaueres besprechen wir im Oktober diesen Jahres. Termine, Organisatorisches und Co. Ich weiß auch schon wo ich hinmöchte: Philippinen. Unglaublich, aber wahr.

Ich bin tatsächlich gerade glücklich.

Mit meinem Job, mit meinem Leben, mit meinem Blog und vorallem mit der Option ab November 2016 vielleicht für 8 Monate auf den Philippinen zu leben.

Lass Dich auch von Deinem Glück finden!

Bis bald, die glückliche Laura :-)

Wenn Dein Glück Dich gefunden hat, freue ich mich wenn Du uns teilhaben lässt :-)

Lieben Dank an dieser Stelle auch nochmal an Tanja für diesen Denkanstoß mit der Blogparade und dem schönen Artikel dazu!

 

Hier noch ein paar der Blogparade- Begriffe aus meiner Perpektive:
Hamsterrad: Macht mir Angst, kann aber auch schützend sein. Freiheit gleich null
9 to 5: Ich arbeite von 7- 15 Uhr, ich mags.
Homebase: Gibt mir Kraft und Nähe zu den Lieblingsmenschen
Freiheit: Ist der Mut neue Wege zu gehen, sich seinen Ängsten zu stellen und Veränderungen zu feiern.

Geboren in Gelsenkirchen, Abi, Studium (alles genauere zu meinem wuseligen Weg findet ihr hier) und vor allem immer wieder Reisen. So entstand auch dieser Blog, als Ausgleich zu meinem Job.

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel geschrieben, der sich mit dem Thema Fulltimejob vs. Fernweh beschäftigt. Als Ergänzung nicht schlecht, aber inhaltlich zielte die Blogparade auf andere Inhalte ab.

 

Update Dezember 2015: Ich habe übrigens eine Entscheidung getroffen! Lies hier wie und was passiert ist. Abonniere meinen Newsletter und bleibe auf dem Laufenden!

Be Placeless. Be happy!

 

5 Gedanken zu “Blogparade: Glückssuche

  1. Weltentdeckerin schreibt:

    Ich finde es schön, dass in deinem Lebensplan auch die Spiritualität einen Platz gefunden hat. Das findet man eher selten bei den Reisebloggenr. Ich finde die Reise zu uns Selbst, ist doch eigentlich die aufregendste Reise, Denn jede echte Reise die wir machen, verändert uns doch im gewissen Sinne. Also ist es doch auch interessant, wenn wir auch mal unser Inneres bereisen.

    Außerdem finde ich es voll cool, dass dein Chef zustimmt diese aufregende Reise zu machen. Meine Firma wollte nicht mal über die extrem schlechten Arbeitsbedingungen verhandeln und fand es ok, dass ich lieber kündige anstatt sich mal konstruktiv zu unterhalten.
    Liebe Grüße, Anja

    • Placeless schreibt:
      Placeless

      Lieben Dank für deinen charismatischen Kommentar. Finde es super, wie Du die Dinge siehst. Die Reise zu sich selbst ist auf jeden Fall die spannendste, vorallem, wenn man sie mit den Abenteuern dieser Welt kombiniert und sich in verschiedenen Situationen und Kulturen immer wieder neu entdeckt!

      Noch bin ich ja nicht weg und bisher sind es nur Worte vom Chef..aber ich bleibe voller Optimismus :-)
      Du hast Recht, konstruktive Gespräche sind leider oft nicht erwünscht, schade. Auch schade, dass Du dann für die Konsequenz der Kündigung ziehen musstest. Aber das allerwichtigste: Dir geht es gut damit.

      Alles Liebe

      Laura

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