6 Monate Weltreise. 6 Dinge, die ich aus Deutschland vermisse.

Ich vermisse…

Ich bin jetzt seit über sechs Monaten unterwegs. Natürlich gibt es einige Dinge, die ich in dieser Zeit aus Europa oder auch speziell aus Deutschland vermisst habe. Was mir als erstes einfällt?

  1. Mettbrötchen

Natürlich ganz abgesehen von den Menschen. Dagegen kann ich auch nicht viel machen, denn Mettbrötchen auf einer minimum 16 Stunden Reise von Deutschland nach Kambodscha zu bringen ist wohl nicht die intelligenteste Idee.

Nudelsuppe Placeless

Aber ich habe ja Glück (es gibt ja hier in Asien wunderbare Gerichte z.B. Nudelsuppe und die besten Currys ever) und davon offensichtlich gar nicht so wenig, denn ich habe eine wundervolle Familie und tolle Freunde, die mich in der Zwischenzeit mit anderen wunderbaren Dingen aus Deutschland versorgt haben. Als ich im November meine Freunde in Thailand getroffen habe- es war eine grandiose Zeit- brachten sie mir meine liebste Zahnpasta von Dr. Liebe mit 🙂

  1. Lieblings- Menschen

(Ist eigentlich erstens, passte aber inhaltlich nicht so gut :-D) Und dann stand mein Weihnachtsgeschenk noch an: Besuch von Mama über den Jahreswechsel. Und ja, sie ist noch hier und nicht vor dem verrückten Kambodscha geflüchtet. Kambodscha ist oftmals wirklich unstrukturiert, unorganisiert und aus meiner Perspektive absolut liebenswert.

Ursprünglich wollte ich mit meiner Mama über Silvester irgendwo wundervollen und entspannten Urlaub machen. Mein Job in Kambodscha kam mir dann dazwischen, also buchte sie einen Flug nach Phnom Penh und statt entspanntem Hotelurlaub gibts jetzt ein bisschen Paradies, ein bisschen Abenteuer und ein bisschen Dschungel. Das ist für mich natürlich wundervoll, denn so habe ich die Möglichkeit, all das was ich täglich vor meiner Nase habe, zu teilen. Und es ist auch etwas total anderes Fotos zu versenden und von Orten und Menschen zu berichten, als wenn man live dabei ist. Es ist so schön, mein kleines Paradies, in dem ich mich wirklich wohl fühle, Lieblingsmenschen zeigen zu können.

Meine Mama kam übrigens mit zwei Koffern hier in Kambodscha an. Und nach ein paar Tränen- es ist so zauberhaft Menschen nach einer langen Zeit wieder in die Arme schließen zu können- wurden dann auch die Koffer geöffnet. Was drin war? Und worüber ich mich total gefreut habe?

  1. Meine eigenen Klamotten & Accessoires

Besonders schwierig, oder nennen wir es eher eine Herausforderung, ist es für mich in Kambodscha passende Klamotten zu finden, die auch noch meinem halb- Hippie- Geschmack entsprechen. In vielen Fällen gibts Elefanten auf Shirts, Glitzer auf den Hosen und mal ganz abgesehen davon, ist es nicht so einfach passende Hosen für europäische Hüften zu finden. Suche ich in Deutschland nach der Größe 36, so suche ich hier auf dem Markt nach XL. Verrückt. Von Bikinis ganz zu schweigen. In Deutschland habe ich so unglaublich viele Möglichkeiten mir meinen Lieblingsbikini und die passenden Accessoires bei Sportscheck oder H&M zusammenzustellen und hier bin ich froh, wenn entweder das Oberteil oder die Hose des Bikini passt, mal ganz abgesehen von den Accesoires. Nichts desto trotz, ich mag diesen Ort.

Ich glaube ich schweife ab. Was ich sagen wollte ist: Mama hat mir total viele meiner eigenen Klamotten mitgebracht. Ein Traum. Eigene Sachen, noch total gut in Schuß sind tausendmal besser als jeder Shoppingmarathon in Kambodscha. Ich trage ein Stück Heimat. Oder besser gesagt 10 Stücke Heimat.

  1. Deutsche Bücher, Selbstgebackene Kekse

Ich möchte aber natürlich nicht, dass mein neuer Ebook Reader, voll mit deutschen Büchern, echten Büchern, die selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen meiner Tante (die übrigens grandios geschmeckt haben, vielleicht hast du sie schon auf meinem Instagram Account gesehen) hier untergehen. Auch ganz viele Schlüpper waren im Gepäck, denn die gehen in Asien in der Laundry auch gern mal verloren. Und Kinderschokolade. Oh mein Gott. Mein eigenes Parfüm, dass ich seit einer halben Ewigkeit benutze, frisch aus dem Duty Free, Gesichtscremes ohne den hier in Asien üblichen Whitening Effekt, einfach so viele wundervolle Sachen, die ich hier noch mehr zu schätzen weiß, als ich es in Deutschland tat. Und natürlich ganz viel Liebe. Die ist natürlich besonders wichtig.

Ich kann mir aktuell nicht vorstellen so richtig nach Deutschland zurückzukehren, auch wenn ich viele Dinge vermisse. Mir fehlen die Gespräche mit meinen Freunden, die Umarmungen und die spontanen Treffen. Es ist natürlich schöner, seine Lieblingsmenschen immer und überall in der Nähe zu haben. Aber tatsächlich haben die Klugscheißer manchmal einfach recht, wenn sie sagen: Man kann nicht alles haben. Also versuche ich all meine Bedürfnisse bestmöglich zu erfüllen.

Das ich dafür bewusster, gezielter und dafür weniger Zeit mit Lieblingsmenschen verbringe, das ist dann jetzt eben für eine unbestimmte Zeit erstmal so. Im Gegenzug sehe ich unglaublich viel von der Welt, arbeite online von wo auch immer ich möchte und trage ein Freiheitsgefühl in mir, das mir ermöglicht mich auf mein Online Business zu konzentrieren und mich auszuprobieren.

Es tut gut die Freiheit zu haben, sich von Orten und Menschen inspirieren zu lassen, herauszufinden, was man vom Leben möchte, wo man hin will. Und der Vorteil, den ich gerade in Asien habe, ist einfach, dass ich nicht halb so viel Geld wie in Deutschland zum Leben brauche. Der Druck ist wesentlich geringer, meine Ansprüche allerdings auch, denn das Meer entschädigt für vieles und die Sonne natürlich auch. Ohne die ganzen Menschen, in Deutschland, die mir nahezu täglich zeigen, dass sie absolut hinter mir stehen, würde ich das alles allerdings vielleicht auch nicht so durchziehen.

  1. Den Winter (Schreibe ich das grad wirklich?)

Placeless Winter Aber tatsächlich habe ich manchmal für eine Millisekunde das Gefühl, dass ich diese unglaublich dicken Schals vermisse und die Momente, an denen man sich an einem Sonntag einfach in sein Bett kuschelt und genießt, dass man nicht draußen in der Kälte sein muss. Da ich allerdings die Wahl habe, entscheide ich mich jeden Tag aufs neue voller Freude für das Leben in der Sonne.

Da muss ich wohl bald Urlaub in Deutschland machen… 😉 Und mich erst mal auf ein Sofa chillen..ein Sofa auf Reisen, das wäre auch noch super <3

Und was vermisst du so?


Nachtrag: Markus hat mich darauf hingewiesen (und zwar mit Recht :-D), dass das nur 5 Sachen sind. Ich liebe aufmerksame Leser und Lieblingsmenschen sowieso (siehe Punkt 2) 🙂 Übrigens gehörst du zu den Lieblingsmenschen, die mal dringend nach Kambodscha kommen müssen! <3 Das Sofa ist also jetzt offiziell die Nummer 6 und dir gewidmet ! 🙂

 

  1. Haha, super! Du hast absolut recht. Ich musste wirklich schmunzeln und habe dir den Nachtrag gewidmet! 🙂 Danke für den Hinweis. Liebe aus Phnom Penh, fühl Dich gedrückt!

  2. Hi Laura,

    toller Beitrag und schön zu lesen, dass du den Winter vermisst. Davon gibt´s nicht viele Langzeitreisende. Schnee und Kälte müssen manchmal einfach sein.
    Mettbrötchen mag ich zwar nicht, aber dafür freue ich mich nach langen Reisen immer unheimlich auf eine leckere Currywurst und gutes Brot. Sowas gibt´s halt nur im Urlaub in Deutschland. 😉

    Viele Grüße, Daniel.

  3. Ach, zur Currywurst würde ich auch nicht nein sagen 😛 Ganz genau, dann muss ich wohl im Frühjahr mal zum Heimaturlaub nach Deutschland… 🙂

    Alles Liebe aus Kambodscha, Laura